MV Agusta präsentiert seine neue F3
MV Agusta F3 ab Dezember 2011
09.11.2011 14:21 (föfö)
MV Agusta hat ihre neue F3 vorgestellt. Mit circa 130 PS und 190 kg vollgetankt liegt sie in etwa gleichauf mit den japanischen Konkurrenten. Was sie diesen aber voraushat, ist jede Menge Elektronik...und natürlich ein betörendes Design.
Design
Schönheit wäre im Supersport-Bereich eigentlich unerheblich. Gut ist, was schnell macht. Eigentlich. Denn natürlich ist es anders. Einen "unschönen" 600er Supersportler liesse sich niemals absetzen. Darum sehen die aktuellen Supersportler nicht nur schnell aus, sondern sie sind geradezu zierlich. Locken: "Komm, gehen wir spielen...." Und machner kann diesem Lockruf nicht widerstehen.
Die neue F3 macht es einem da nur noch schwieriger. Sieht aus wie eine Göttin, die man in Stahl, Gummi und Plastik gekleidet hat. Allein schon ihrer 3er Auspuffanlage dürfte manchen Töff-Fahrer die Schweissperlen auf die Stirne treiben und ihn eiligst zum nächsten MV-Händler stürmen lassen.
Soweit ist also alles klar: auch die neueste Kreation aus dem Hause Agusta schaut superb aus. Doch kann sie auch was?
Power
Die theoretischen Daten dazu sehen nicht schlecht aus:
129 PS bei 14500/min
71 NM bei 10600/min.
Gut die Ducati 848 und die GSX-R 750 haben etwas mehr Holz...aber auch mehr Hubraum. Am direktesten lässt sich die neue MV mit der Triumph Daytona 675 vergleichen - da stimmt sogar der Hubraumvergleich. Die Triumph, die in der Klasse fast alle Vergleiche gewonnen hat, hat 125 PS...ergo steht die MV gut im Futter.
Dass unten rum und in der Mitte wahrscheinlich wenig gehen werden, ist anzunehmen und in dieser Klasse verzeihbar. Interessant aber, dass MV angibt, gleich zwei Einspritzdüsen pro Zylinder verbaut zu haben und riesige Drosselklappen von 50 mm Durchmesser eingebaut hat. Könnte für Druck in der Mitte sorgen. Könnte. Müsste aber nicht.
MVICS
Was weiter? Die Marzocchi-Gabel und das Sachs-Federbein sind einstellbar. Auf das MVICS (Motor & Vehicle Integrated Control System) ist MV stolz. Erlaubt es MV, diverse Motormappings (4 plus ein selbstgewähltes) zu verbauen, dazu eine 8-stufige Traktionskontrolle und eine Ride-by-wire-Gassteuerung. Die Traktionskontrolle hat sogar einen Schräglagensensor, eine Launch Control und eine Anti-Wheelie-Control. Erinnert mich stark an Aprilia und BMW. Und vermutlich habe ich damit recht. Denn solch komplizierten Elektronikeinheiten bauen die Hersteller schon lange nicht mehr selbst - sie werden dazugekauft, zum Beispiel von Bosch.
Ist de facto auch gut so, denn die von Bosch verstehen ihr Handwerk, wenn jeder Motorradhersteller an seiner eigenen Traktionskontrolle herumwerkeln würde, gäbe das in der Summe auch nichts Besseres.
Eigenartig, dass es dazu nicht auch noch ein ABS gibt, denn im Bosch-Grundpaket sind solche ABS-Systeme immer auch mit dabei....aber MV hat noch nie ein Bike mit ABS angeboten und wird es wohl auch in Zukunft nicht tun.
Fazit
Fazit: Die Japaner und Briten müssen sich warm anziehen. Die neue MV hat - zumindestens auf dem Papier - tolle Daten: Knapp 130 PS auf trokcken 173 kg sind eine Menge Zunder. Dazu kommt ein betörendes Design und ein - vermutlich - sehr tiefer Preis. Man munkelt von circa 15'000 Franken - das ist für einen solchen schönen Supersportler schon fast ein Schnäppchenpreis.
Verfügbarkeit
Ab Dezember kommt die erste Serie "Oro".
Ab Januar 2012 kommt die Serie "Normal".

Galerie d'images MV Agusta F3 675








