Test und Technik

Weltweit erstes ABS für den sportlichen Offroad-Einsatz

Husqvarna Motorcycles Offroad ABS

04.11.2011 09:59 (zvg)

Husqvarna (zur BMW-Gruppe gehörend) hat vor Kurzem ihr Offroad ABS-Bremssystem vorgestellt. Es ist das erste Motorrad-ABS-System weltweit, das speziell für Offroad-Einsätze konstruiert wurde.


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Medienmitteilung von Husqvarna (gekürzt):

Der Einsatz eines auf sportliche Einsatzzwecke ausgelegten ABS muss nicht zwangsläufig Straßenmotorrädern vorbehalten bleiben. Deshalb freut sich Husqvarna Motorcycles, im derzeitigen Flaggschiff TE 449 als weltweit erster Hersteller ein ABS für den sportlichen Offroad-Einsatz präsentieren zu können.

Bereits im Jahr 2007 erfolgte bei BMW Motorrad die erste Darstellung eines Offroad-ABS mit blockierbarem Hinterrad. Ein vergleichbares System befindet sich heute in Form des „Slick“-Modus beim Race ABS der BMW S 1000 RR bereits in Serie. Hierbei erlaubt das System dem Fahrer durch die deaktivierte ABS-Funktion am Hinterrad, für so genannte Anbremsdrifts vor Kurven das Hinterrad blockieren zu lassen. Eine elementare fahrdynamische Funktion, wie sie auch ein Offroad-taugliches ABS für sportliche Einsatzzwecke aufweisen muss.

2-Kanal-ABS

Bei dem im Entwicklungsträger Husqvarna TE-449 verwendeten System handelt es sich um ein sogenanntes 2-Kanal-ABS mit Komponenten der angestammten, namhaften Entwicklungspartner von BMW Motorrad und Husqvarna Motorcycles. Der Aufbau besteht aus zwei Radsensoren und zugehörigen Impulsrädern zur Erfassung der Drehzahlen an Vorder- und Hinterrad, einem ABS-Druckmodulator sowie Hydraulik und elektronischer Regeleinheit. Aufgrund der besonderen fahrdynamischen Anforderungen im sportlichen Geländeeinsatz erfolgt die ABS-Regelung ausschließlich am Vorderrad. Die Hinterradbremse wird nicht geregelt, und das Hinterrad kann damit vom Fahrer bewusst blockiert werden.

Zum derzeitigen Stand sind die bei Motorrädern in Serie befindlichen ABS nur bedingt für den Offroad-Einsatz geeignet und bieten aufgrund ihrer Regelungs-Definition auf Untergründen wie etwa Schotter nicht die maximal mögliche Brems-Performance.

Aus diesem Grund wurden für das Husqvarna Motorcycles Offroad ABS die relevanten Parameter und insbesondere die Schlupfschwellen im Sinne höherer Brems-Performance im Gelände angepasst. Da am Hinterrad keine ABS-Regelung erfolgt, wurde auch die Stützung der Referenzdaten für Fahrgeschwindigkeiten und Radbeschleunigungen entsprechend optimiert. Die zusätzliche Verwendung der Hinterraddrehzahl stützt hierbei die Referenzgeschwindigkeit für das Vorderrad und macht das Husqvarna Motorcycles Offroad ABS besonders robust.

Reduzierter Stress für den Fahrer.

In der Praxis profitieren insbesondere sportlich ambitionierte Hobby-Enduristen von den Vorteilen, die das weniger als 1,5 Kilogramm schwere Husqvarna Motorcycles Offroad ABS bietet. Neben einer deutlich spürbaren Steigerung der Brems-Performance des Husqvarna Motorcycles Offroad ABS gegenüber existierenden ABS in Serie sorgt es auch für eine deutlich erhöhte Bremssicherheit sowie mehr Spurtreue und Fahrstabilität bei vergleichbarer Fahrgeschwindigkeit.

Das Husqvarna Motorcycles Offroad ABS unterstützt den Fahrer bei Bremsvorgängen, ermöglicht ihm die volle Konzentration auf die Strecke und bietet ihm gerade im Grenzbereich eine erhöhte Brems-Sicherheit. Weniger Stress und mehr Komfort sind weitere positive Effekte, die es dem engagierten Hobby-Enduristen ermöglichen, seine persönlichen Grenzen weiter zu stecken und so noch größeren Offroad-Spaß genießen zu können.

Angepasstes Druckpunktgefühl

Systemimmanent verfügt das Husqvarna Motorcycles Offroad ABS über ein angepasstes Druckpunktgefühl und verhindert so eine unerwünschte Entkoppelung des Fahrers vom Regelzustand. Beim Bremsvorgang im Regelbereich spürt der Fahrer ein Pulsieren im Handbremshebel und erhält somit eine klare, transparente Rückmeldung über den Bremsvorgang.

Für die Zukunft bietet das derzeitige 2-Kanal-System des Husqvarna Motorcycles Offroad ABS zudem beträchtliches Entwicklungspotenzial. Beispielsweise sind zwei separat vom Fahrer zu aktivierende ABS-Modi für Gelände- und Straßenbetrieb ebenso denkbar, wie eine ABS-Regelung der Hinterradbremse für den Straßenbetrieb.


Historisch

Kaum eine andere Motorradmarke blickt wie Husqvarna auf eine mittlerweile 108-jährige Tradition im Motorradbau und Motorradrennsport zurück. Im Jahre 1903 wurden erstmalig Motorräder gebaut, und bereits 1916 errang man den ersten Sieg bei einem der bekanntesten Enduro-Rennen der damaligen Zeit, dem Novemberkåsan. Damit wurde der Grundstein für eine bis heute beispiellose Erfolgsserie gelegt.

Während in den 1930er-Jahren auch Erfolge im Straßenrennsport gefeiert werden konnten, gelang Husqvarna der große sportliche Durchbruch im Offroad-Rennsport nach dem Zweiten Weltkrieg. Mit Beginn der 1950er-Jahre konzentrierte man sich nicht nur auf die Entwicklung und Herstellung innovativer, wettbewerbsfähiger und zuverlässiger Motorräder, sondern bekannte sich auch klar zum Motorsport-Engagement in den Bereichen Motocross und Enduro. 1959 feierte man den Gewinn der ersten Weltmeisterschaft in der Klasse bis 250 ccm, und bereits zwei Jahre später konnte Husqvarna die WM-Krone in der 500er-Klasse erringen.

Heute blickt Husqvarna Motorcycles auf sagenhafte 82 Weltmeistertitel zurück, davon vier in der gerade beendeten Saison 2011 errungen. Juha Salminen und Antoine Meo feierten die Titel in den Klassen E1 und E2 der Enduro-Weltmeisterschaft. Darüber hinaus gewann Husqvarna Motorcycles auch die Markenweltmeisterschaft in diesen Klassen. Mit vier von sechs möglichen Titeln in der Enduro-Weltmeisterschaft war Husqvarna die klar dominierende Marke.

 

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